Gumboda Hed

Adresse: Gumboda Hed Datum: Montag 2 mai 2016 - Samstag 2 Dez 2017 Karte anzeigen

Adresse: Gumboda Hed

Gumboda Hed wird heute wohl meistens mit dem jeden Sommer stattfindenden Country-Fest in Verbindung gebracht, hat im Herbst aber auch viele Pilze zu bieten. Es gibt immer noch Spuren aus der großen Zeit, als das Militär von Västerbotten hier jedes Jahr Übungen veranstaltete. Mehr als der Schießstand, ein Eiskeller und Hausfundamente der ehemaligen Mannschaftsbaracken sind heute jedoch nicht mehr vorhanden.

Ende des 17. Jahrhunderts wurden im ganzen Land militärische Übungsplätze angelegt. Gumboda Hed wurde zum Exerzierplatz für das südliche Bataillon des Regiments Westerbotten, das mittlerweile der Provinz Västerbotten entspricht. Jede Provinz sollte den Vorstellungen der damaligen Behörden entsprechend für 1.200 Soldaten zuständig sein. In Västerbotten reichten die Ressourcen nur für 1.000 Mann aus, die auf die sogenannten Soldatenkaten verteilt waren. Das Soldatenhaus in Robertsfors, das man heutzutage mieten kann, ist eines der wenigen, die noch an ihrem ursprünglichen Platz stehen.

Die Einberufung als Soldat bedeutete, dass man als junger Mann die Gelegenheit bekam, sich eine Stellung in der Gesellschaft zu verschaffen, weil die eigene Kate die Möglichkeit bot, eine Familie zu versorgen. Im Verlauf der Jahrhunderte wurde die Gefahr, dass ein solcher Soldat in den Krieg ziehen müsste, immer geringer. Das Leben spielte sich hauptsächlich auf dem kleinen Landstück ab, wurde aber immer durch regelmäßige, längere Übungszeiträume und einzelne Tage mit Theorie aufgelockert.

Gumboda Hed wurde nach und nach als Übungsplatz ausgebaut. Die Offiziere durften in richtigen Häusern wohnen und essen, während die Mannschaftsdienstgrade auf Zelte und Essen unter freiem Himmel angewiesen waren. Bei mehreren Wochen am selben Ort im Feld entstehen Probleme, besonders im Sommer bei kühlem und schlechtem Wetter. Der Offizierspavillon wurde in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts durch Mannschaftsbaracken, Sanitätshaus, Arrest, eine neue Messe für die Offiziere, Ställe etc. komplettiert.

Die Übungen fanden in den Sommermonaten statt, nach der ersten Frühjahrsaussaat und vor der Ernte im Herbst. Die Soldaten kamen zu den Übungen auf Heden zu Fuß aus ganz Västerbotten. Da unterwegs immer mehr Männer aus den einzelnen Gemeinden zusammenkamen, stieg die Anzahl der marschierenden Soldaten so an, dass sie letztlich als Truppe mit Pracht und Prunk auf Gumboda Hed einzogen. Die aus den abgelegensten Gegenden kommenden Soldaten marschierten sage und schreibe neun Tage bis zum Ziel.

Die Übungen dauerten abhängig von der Art der Berufstätigkeit und später von der militärischen Stellung unterschiedliche lange. Der Zeitraum konnte 10 bis 90 Tage betragen. In den 90-er Jahren des 19. Jahrhunderts sollte jeder schwedische Mann zwischen 21 und 40 Jahren, der nicht als Soldat einberufen worden war, jährlich 90 Tage Militärdienst verrichten. Dabei handelte es sich um die Vorgänger der späteren Wehrpflichtigen. Die einberufenen Soldaten waren weiterhin verpflichtet, sich einmal pro Jahr zu Übungen einzustellen.

Ende des 19. Jahrhunderts wurde das Militär einer größeren Umorganisation unterworfen. Dabei wurde festgelegt, dass militärische Übungsanlagen in der Nähe von Eisenbahnknotenpunkten liegen sollten. Daraufhin wurde Gumboda Hed als militärisches Übungsgelände ausrangiert. Die letzte Übung fand im Sommer 1897 statt.

Quelle: Gumboda Hed – Der einberufene Soldat, Nutzung und Gebiet Siv Rehn, 2007 (Nur auf Schwedisch)

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